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Fachinformation zu (169Er) Erbiumcitrat CIS bio international:Solumedics GmbH
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Fahrtücht.Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.
PackungenReg.InhaberStand d. Info. 

Zusammensetzung

Ein Milliliter der kolloidalen Suspension enthält:
Wirkstoff:
Erbii (169Er) Citras 111 MBq zum Kalibrierungszeitpunkt
Hilfsstoffe:
Natrii chloridum , Erbium, Acidum nitricum , Aqua q.s. ad suspensionem pro 1 ml
Spezifikationen
Reinheit des Radionuklids: Die Radioaktivität durch grössere Gamma-Verunreinigungen entspricht maximal 0,38 % der Gesamtradioaktivität zum Kalibrierungszeitpunkt.
% der nicht filtrierbaren
(Filter mit 0,2 µm) Fraktion der
Gesamtradioaktivität ≥ 80 %
Mittlere Teilchengrösse Mittlere Teilchengrösse 3 µm bis 6 µm (Laserdiffraktometrie)
Gehalt an löslichen Komplexen £ 1 %

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Gebrauchsfertiges Radiopharmazeutikum für die direkte Applikation.
Weisse milchige Kolloidsuspension zur intraartikulären Injektion mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5. Jeder Milliliter enthält 111 MBq Erbiumcitrat (169Er) zum Kalibrierungszeitpunkt.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Radiopharmazeutikum
Synoviorthese der kleinen Gelenke bei Patienten, die auf eine lokale Behandlung mit Glukokortikoiden nicht ansprechen, insbesondere bei Mono- und Oligoarthritis im Rahmen chronisch entzündlicher rheumatischer Erkrankungen (vor allem rheumatoider Polyarthritis) der kleinen Gelenke an Händen und Füssen.Erbiumcitrat (169Er) ist für die Anwendung bei Erwachsenen angezeigt.

Dosierung/Anwendung

Streng intraartikuläre Anwendung
Die verabreichte Aktivität richtet sich nach der Grösse des Gelenks, der Dicke der Synovialis und dem Volumen des Gelenkergusses. Die folgenden Aktivitäten werden empfohlen:
20 à 40 MBq für Metacarpophalangealgelenke und Metatarsophalangealgelenke
10 à 20 MBq für Interphalangealgelenke.
20 à 80 MBq für Trapeziometacarpalgelenke.
Es können mehrere Synoviorthesen gleichzeitig oder nacheinander durchgeführt werden, wobei eine Gesamtdosis von 555 MBq beim einzelnen Patienten nicht überschritten werden darf. Eine erneute Injektion des radioaktiven Kolloids in das gleiche Gelenk kann normalerweise frühestens nach 6 Monaten erwogen werden. Wenn zwei Anwendungen erfolglos geblieben sind, darf anschliessend keine weitere Synoviorthese mehr erfolgen.
Anwendungshinweise
Die Injektion muss streng intraartikulär erfolgen, um eine Radionekrose durch Rückfluss des radioaktiven Produkts an der Punktionsstelle zu vermeiden. Eine arthrographische Kontrolle sowie streng aseptische Bedingungen sind obligatorisch.
Für die Injektion wird folgendes Vorgehen empfohlen:
· Lokalanästhesie, z. B. mit 1 % oder 2 % Xylocain.
· Vollständige Entleerung eines ggf. vorhandenen Gelenkergusses.
· Intraartikuläre Injektion der kolloidalen Suspension von Erbiumcitrat (169Er).
· Vor dem Zurückziehen der Kanüle intraartikuläre Injektion eines wasserlöslichen Glukokortikoids (z. B. Hydrokortisonacetat oder Prednisolonacetat), um die lokale Entzündung und synoviale Permeabilität zu verringern und gleichzeitig die Kanüle zu spülen, damit es nicht zum Rückfluss des radioaktiven Produkts und zu einer lokalen Radionekrose kommt. Das Spülen der Kanüle kann auch mit einem physiologischen Serum erfolgen. Für die Dosierung des Kortikosteroids ist die Fachinformation des verwendeten Präparats massgeblich.
· Um die extraartikuläre Diffusion des lsotops zu begrenzen, wird das behandelte Gelenk über mindestens 48 Stunden immobilisiert; im Bereich der oberen Gliedmassen durch Schienung bzw. im Bereich der unteren Gliedmassen mittels Bettruhe.
Bei einer sachgerecht durchgeführten intraartikulären Injektion dürften nicht mehr als 2 bis 3 % der verabreichten Dosis in den extraartikulären Raum diffundieren (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).
Strahlenbelastung
Ausserhalb des Synovialgewebes als Zielorgan erhalten die regionalen Lymphknoten die höchste Strahlendosis; sie wird durch Ruhigstellung des Gelenks beträchtlich verringert (s. „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“).
Eine Abschätzung der absorbierten Dosen im Bereich der Gelenke oder der Ganglien im Fall eines extraartikulären Entweichens wird in der folgenden Tabelle aufgeführt :

Gelenke

Injizierte Aktivität
(MBq)

Absorbierte Dosis (Gy) im Bereich des Gelenks*

in 0,1 mm Tiefe der Synovialis

in 0,2 mm Tiefe der Synovialis

in 0,3 mm Tiefe der Synovialis

in 0,4 mm Tiefe der Synovialis

Proximale und distale Interphalangale

10
bis
20

910
bis
1820

330
bis
660

130
bis
260

50
bis
100

Metakarpophalangeale und Metatarsophalangeale

20
bis
40

1820
bis
3640

660
bis
1320

260
bis
520

100
bis
200

Trapeziometakarpale

20
bis
80

1820
bis
7280

660
bis
2640

260
bis
1040

100
bis
400

* Maximale Werte ohne extraartikuläres Entweichen
Die Strahlenbelastung der regionalen Lymphknoten variiert in Abhängigkeit von der in die Lymphknoten diffundierten Radioaktivitätsmenge und der Anzahl der Lymphknoten, die die Radioaktivität fixieren. Nach intraartikulärer Anwendung von 80 MBq Erbiumcitrat (169Er) und bei einer angenommenen Fixierung der Radioaktivität in den regionalen Lymphknoten von 3 % liegt die Strahlenbelastung der Lymphknoten zwischen 11,5 Gy (vier fixierende Lymphknoten) und 45,6 Gy (ein fixierender Lymphknoten).
Bei diesen Werten wird vorausgesetzt, dass die Vorsichtsmassnahmen (siehe Abschnitt Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen) beachtet werden und vor allem eine geeignete Ruhigstellung erfolgt.
Sollte das behandelte Gelenk nicht immobilisiert werden, kommt es zu einer stärkeren Strahlenbelastung der regionalen Lymphknoten und damit der Lymphozyten sowie zu einer entsprechenden Verminderung der im Synovialgewebe applizierten Dosis.
Die Strahlenbelastung kann anhand der nachstehenden Dosimetrietabelle geschätzt werden. Die Werte für die Strahlenbelastung wurden auf Grundlage einer Modellrechnung geschätzt (OLINDA/CIRP 53 und 60).
Tabelle 1: Von Organen absorbierte Strahlendosis (mGy/MBq injiziert / % extraartikuläre Diffusion) und effektive Dosis nach Injektion von 80 MBq bei einer angenommenen extraartikulären Diffusion von 10 % (mSv)

Zielorgan

Absorbierte Dosis
mGy/MBq/% Diffusion

Absorbierte Dosis nach Injektion von 80 MBq
bei 10 % Diffusion
mGy

Milz

0,105

84

Leber

0,0702

56,2

Knochenmark

0,0156

12,5

Osteogene Zellen

0,00717

5,7

Nieren

0,000131

0,1

Uterus

0,000131

0,1

Testes

0,000131

0,1

Ovarien

0,000131

0,1

Andere Organe

0,000131

0,1

Gesamtkörper

0,00261

2,1

 

mSv/MBq/% Diffusion

mSv

Effektive Dosis

0,00820

6,6

Die Ganglien und Gelenke wurden bei der Berechnung der effektiven Dosis nicht berücksichtigt. ie effektive Dosis, die sich bei intraartikulärer Injektion einer Aktivität von 80 MBq und bei einer extraartikulären Diffusion von 10 % ergibt, beläuft sich auf 6,6 mSv.
Nach einer injizierten Aktivität von 80 MBq liegen die Strahlendosen, die kritische Organe erreichen, bei: einzelner Lymphknoten mit Fixierung von 3 %: 45,6 Gy, 4 Lymphknoten mit Fixierung von 3 %: 11,5 Gy; Leber: 56 mGy; Milz: 84 mGy.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
Jegliche nicht intraartikuläre Anwendung
Infektiöse Arthritis
Vor kurzem erfolgte Ruptur einer Synovialzyste mit Verbindung zur Gelenkhöhle
Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren
Schwangerschaft
Stillzeit
Lokale Infektionen oder Hautveränderungen im Injektionsbereich

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei der Injektion sind sehr strenge Vorsichtsmassnahmen zur Sicherstellung aseptischer Bedingungen einzuhalten. Eine Radiosynoviorthese bringt die gleichen Risiken mit sich wie eine intraartikuläre Verabreichung.
Besondere Vorsichtsmassnahmen:
Jede Anwendung von radiopharmazeutischen Produkten bei Patienten darf nur durch einen Nuklearmediziner erfolgen. Bei allen Patienten muss die Belastung mit ionisierender Strahlung durch den erwarteten therapeutischen Nutzen gerechtfertigt sein. Die verabreichte Aktivität ist so zu wählen, dass die Strahlendosis zur Erzielung des gewünschten Behandlungsergebnisses so niedrig wie möglich ist.
Patientinnen im gebärfähigen Alter:
Bei Frauen im gebärfähigen Alter muss über mehrere Monate nach der Behandlung eine wirksame Kontrazeption erfolgen (siehe Abschnitt Schwangerschaft/Stillzeit).
Nach der Behandlung:
Das Hauptrisiko einer Synoviorthese besteht in der extraartikulären Diffusion des Radiopharmazeutikums, da sie zur Bestrahlung entfernter Gewebe, insbesondere der lymphatischen Organen und Gonaden, führen kann. Durch die gleichzeitige intraartikuläre Applikation von Kortikoiden wird die extraartikuläre Diffusion stark verringert, ebenso durch Ruhigstellung der behandelten Gelenke durch Schienen (eventuell mit Bettruhe) während mindestens 48 Stunden.
Besondere Vorsichtsmassnahmen für die Anwendung von Radionukliden:
Die Verabreichung radioaktiver Substanzen beim Menschen ist in der „Strahlenschutzverordnung“ (in der gültigen Fassung) geregelt.
Der Umgang mit radioaktiven Substanzen erfordert die vorherige Genehmigung des Bundesamts für Gesundheit. Die in der „Strahlenschutzverordnung“ (in der gültigen Fassung) beschriebenen erforderlichen Vorsichtsmassnahmen sind zu beachten.
Sie beziehen sich auf den Umgang mit radioaktiven Substanzen und die Beseitigung von radioaktiven Abfällen, um jegliche Kontamination zu vermeiden und die Strahlenbelastung von Patient und Pflegepersonal auf ein Minimum zu beschränken.
Radioaktives Restmaterial (nicht verwendete radiopharmazeutische Produkte) und das bei seiner Anwendung kontaminierte Material sind an einem dafür bestimmten Ort zu lagern, bis die Radioaktivität auf den für das betreffende Radioisotop tolerierten Schwellenwert zurückgegangen ist.
Risiko des Auftretens von Krebs oder Leukämie
Für Erbiumcitrat (169Er) - ERMM-1 wurde bis heute kein karzinogenes Risiko nachgewiesen. Sollte die mit diesem Präparat durchgeführte Synoviorthese zusätzlich zu anderen Synoviorthesen, z. B. mit Yttrium-90 oder Rhenium-186, durchgeführt werden, ist die Zahl der behandelten Gelenke auf das strikte Minimum zu beschränken (siehe Dosierung/Anwendung).

Interaktionen

Im Fall von Kontrastmitteln, die EDTA oder andere Chelatbildner enthalten, hängt das Risiko einer Interaktion mit Erbiumcitrat (169Er) von der Eliminationsgeschwindigkeit des Kontrastmittels ab. Monomerische, ionische Kontrastmittel mit hoher Osmolarität und nichtionische Kontrastmittel mit niedriger Osmolarität werden aus einem gesunden Gelenk mit einer Halbwertszeit von 30 bis 60 Minuten eliminiert. Bei rheumatischen Gelenken kann die Eliminationszeit kürzer ausfallen. Dennoch sollte zwischen der Anwendung eines Röntgenkontrastmittels und der Anwendung der Erbiumcitrat-(169Er-)Suspension ein Sicherheitsabstand von acht Stunden eingehalten werden, um jedes Interaktionsrisiko auszuschliessen.
Angesichts der langsamen Elimination von dimerischen nichtionischen Kontrastmitteln, die EDTA oder andere Chelatbildner enthalten, ist in diesen Fällen ein Sicherheitsabstand von drei Tagen einzuhalten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter
Wenn bei einer Frau im gebärfähigen Alter die Anwendung eines Radiopharmazeutikums geplant ist, muss zuvor festgestellt werden, ob die Frau schwanger ist. Bei jeder Frau, deren Regelblutung ausbleibt, ist bis zum Beweis des Gegenteils von einer Schwangerschaft auszugehen. Sollten Zweifel in Bezug auf eine eventuelle Schwangerschaft bestehen (bei Amenorrhoe, sehr unregelmässigen Zyklen usw.), müssen der Frau andere Techniken vorgeschlagen werden, bei denen keine ionisierende Strahlung eingesetzt wird (falls existent).
Erweist sich eine Synoviorthese bei einer Frau im gebärfähigen Alter als unerlässlich, ist vor der Anwendung des Radiopharmazeutikums sowie über mehrere Monate danach eine wirksame Kontrazeption erforderlich.
Schwangerschaft
Die Anwendung von Erbium-169 ist während der Schwangerschaft kontraindiziert, da die Gefahr besteht, dass das Radiopharmazeutikum aus dem behandelten Gelenk diffundiert und der Fetus einer Strahlenbelastung ausgesetzt wird (siehe Abschnitt Kontraindikationen).
Bei versehentlicher Verabreichung des Präparats während der Schwangerschaft, besonders in der Frühschwangerschaft, muss die Patientin über die Risiken bei einer Fortsetzung der Schwangerschaft informiert werden.
Stillzeit
Die Anwendung von Erbiumcitrat (169Er) ist während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt Kontraindikationen). Erweist sich eine Synoviorthese bei einer stillenden Frau als unumgänglich, muss abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Während der notwendigen Ruhigstellung der Gliedmasse mittels Schienen oder Bettruhe für mindestens 48 Stunden nach der Applikation des Präparats ist das Führen eines Fahrzeugs und die Arbeit an Maschinen ausgeschlossen. Nach dieser Frist ist nicht zu erwarten, dass (169Er)Erbiumcitrat - ERMM-1 die Fähigkeit zum Führen eines Fahrzeugs oder Bedienen von Maschinen beeinträchtigt, doch kann diese Fähigkeit durch das Grundleiden eingeschränkt sein.

Unerwünschte Wirkungen

Die nachfolgenden Häufigkeiten wurden nach der folgenden Konvention definiert:
Sehr häufig (³1/10); häufig (³1/100, <1/10); gelegentlich (³1/1000, <1/100); selten (³1/10'000, <1/1000); sehr selten (<1/10'000); Häufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
In dieser Tabelle sind die unerwünschten Wirkungen entsprechend der MedDRA-Datenbank klassifiziert:

MedDRA-Systemorganklasse

Unerwünschte Wirkung

Häufigkeit

Infektionen und Infestationen

Infektiöse Arthritis

Häufigkeit unbekannt

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Pyrexie

Häufig

Schmerzen

Sehr häufig

Entzündung

Sehr häufig

Muskelskelettsystem

Arthritisschub

Sehr häufig

Eingeschränkte Beweglichkeit des Gelenks

Häufig

Gelenkerguss

Häufigkeit unbekannt

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Nekrose der Haut

Häufigkeit unbekannt

Bullöser Hautausschlag

Sehr selten

Pigmentstörungen

Häufig

Erythem

Sehr selten

Hautausschlag

Häufigkeit unbekannt

Pruritus

Häufigkeit unbekannt

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen nach Synoviorthese mit einer kolloidalen Suspension von (169Er) Erbiumcitrat - ERMM-1 sind wie folgt:
Muskelskelettsystem
Häufig (bis zu 40% der Fälle) kommt es einige Stunden oder Tage nach der Synoviorthese zu entzündlichen Schüben im behandelten Gelenk. Sie können mit Analgetika oder nicht-steroidalen Entzündungshemmern behandelt werden. Häufig zeigt sich eine funktionelle Einschränkung während einem Monat.
Haut
Eine Hautnekrose oder schwärzliche Pigmentierung der Epidermis an der Injektionsstelle beobachtet man bei ungefähr 1% der Patienten. Sie entsteht wahrscheinlich durch Zurückfliessen von radioaktivem Material nach der Injektion, oder Injektion in unmittelbarer Nähe einer Lücke infolge einer Synovialbiopsie oder Arthroskopie.
Nervensystem
In ungefähr 3% der Fälle tritt eine vorübergehende Temperaturerhöhung innerhalb 24 Stunden nach der Synoviorthese auf.
Immunsystem
Vereinzelt wurden allergische Reaktionen berichtet.
Andere Störungen
Die Exposition gegenüber ionisierender Strahlung kann zu Krebs oder zur Entwicklung hereditärer Defekte führen. Im therapeutischen Rahmen kann die Exposition gegenüber ionisierender Strahlung eine erhöhte Inzidenz von Krebs und Mutationen zur Folge haben. Auf alle Fälle muss gewährleistet sein, dass die Risiken einer Exposition gegenüber ionisierender Strahlung geringer sind als die der Erkrankung selbst. Die wirksame Dosis (E) beträgt 6,6 mSv bei intraartikulärer Verabreichung der maximalen empfohlenen Aktivität (80 MBq) von Erbiumcitrat (169Er).
Die Häufigkeit von Chromosomenaberrationen ist ein quantitativer Indikator für die Zellschädigung, die unter bestimmten Bedingungen mit der verabreichten Aktivität verbunden ist. Spezifische Studien zu Chromosomenaberrationen in zirkulierenden Lymphozyten haben jedoch keinen bedeutsamen Anstieg der Anzahl von dizentrischen Chromosomen (Chromosomenaberrationen in Zusammenhang mit Bestrahlung) nach Radiosynoviorthese mit Erbiumcitrat (169Er) gezeigt.

Überdosierung

Da Erbiumcitrat (169Er) ausschliesslich durch medizinische Fachpersonen verabreicht wird, ist die Wahrscheinlichkeit einer Überdosierung sehr gering, sofern die Anwendung sachgerecht erfolgt. Bei einer Überdosierung werden die gleichen Massnahmen durchgeführt wie im Fall einer radiogenen Synovitis. Angesichts der sehr geringen physiologischen Elimination des Radionuklids durch den Körper kann die absorbierte Dosis nicht reduziert werden. Das Gelenk muss immobilisiert und gekühlt werden, falls nötig.

Eigenschaften/Wirkungen

Code ATC V10AX04
Physikalische Eigenschaften
Erbiumoxid-169 wird durch Neutronenbestrahlung von Erbiumoxid, welches mit Erbium-168 angereichert ist, gewonnen und mit Salpetersäurelösung aufgelöst. Durch Zugabe von 0,1 M Natriumcitratlösung und danach 1 N Natriumhydroxidlösung entsteht die kolloidale Suspension von (169Er) Erbiumcitrat. Die gewünschte Radioaktivität zum Zeitpunkt der Kalibrierung wird mit Natriumchloridlösung 0,6 % eingestellt.
Erbium-169 zerfällt mit einer Halbwertszeit von 9,4 Tagen unter Abgabe von b-Strahlen und sehr schwachen Gammastrahlen (8.4 keV, 0.2%) zu stabilem [169Tm]-Thulium.
Erbium-169 weist die folgende typische Strahlung auf:

Strahlungstyp

Energie (keV)

Intensität (%)

bbg

343,6
352,0
8,4

42
58
0,2

Zerfallstabelle von Erbium-169, T½ = 9,4 Tage

Zeit (Tage)

Zerfallsfaktor

Zeit (Tage)

Zerfallsfaktor

-3
-2
-1
0
1
2
3
4
5

1,248
1,159
1,077
1,000
0,929
0,863
0,802
0,745
0,692

6
7
8
9
10
11
12
13
14

0,642
0,597
0,554
0,515
0,478
0,444
0,413
0,383
0,356

Pharmakodynamik
·Wirkmechanismus
Bei den klinisch verabreichten Mengen sind keine pharmakologischen Wirkungen zu erwarten; die biologische Wirkung des Präparates ist durch die Betastrahlung des Isotops bedingt.
Die mittlere Eindringtiefe beträgt im weichen Gewebe (Synovia) 0,3 mm (maximal 1 mm) und im Knorpel 0,2 mm (maximal 0,7 mm). Die verfügbaren Daten weisen darauf hin, dass die radioaktiven Kolloide nach der intraartikulären Injektion von oberflächlichen Synovialzellen absorbiert werden. Unter dem Einfluss der Strahlung kommt es zur Nekrose der oberflächlichen Schicht der Synovialmembran, gefolgt von einer Phagozytose des nekrotischen Gewebes und einem .begrenzten Entzündungsschub.
·Pharmakodynamik
Nach mehreren Monaten zeigt sich eine Fibrose der Synovialis, wobei im entzündeten und infiltrierten Gewebe die Grösse und Zahl der synovialen Fransen sowie die Dicke der benachbarten Schichten abnimmt.
Dennoch können entzündete Bereiche persistieren, was zur Bildung einer Neo-Synovialis mit oder ohne weiter bestehende, abgeschwächte Synovitis führt. Diese histologische Entwicklung verläuft parallel zu allmählichen Rückbildung der klinischen Zeichen einer Gelenkentzündung.

Pharmakokinetik

·Distribution
Das Produkt wird als einmalige intraartikuläre Injektion im Rahmen einer isotopischen Synovektomie angewendet. Kolloidales Erbiumcitrat (169Er) verteilt sich homogen im Gelenk und wird von Synovialzellen phagozytiert, was zu einer therapeutischen Bestrahlung der Synovia führt.
·Aufnahme in Organe
Erbiumcitrat (169Er) wird in Form einer kolloidalen Zubereitung angewendet. Diese kolloidale Form begünstigt die Phagozytose und vermindert das Risiko einer Migration in die regionalen Lymphknoten. Die mediane Grösse der Erbiumcitrat-(169Er-)Partikel liegt bei 3 µm bis 6 µm. Das Risiko einer extraartikulären Migration in die regionalen Lymphknoten, und damit die Möglichkeit einer Strahlenbelastung von Lymphozyten und Leber, hängt zu einem grossen Teil von der Mobilisation des Gelenks ab; daher die Empfehlung, das behandelte Gelenk über 48 Stunden zu immobilisieren.
·Elimination
Es wurden tierexperimentelle Studien durchgeführt, um die Verteilung und extraartikuläre Diffusion von Erbiumcitrat (169Er) zu untersuchen. Nach einer intraartikulären Injektion von etwa 5 MBq Erbiumcitrat (169Er) in das Knie eines Kaninchens lagen 13 Tage nach der Injektion noch 87 % der injizierten Radioaktivität im Knie vor. Die kalkulierte Verweildauer der applizierten Radioaktivität im Knie beträgt 268 Stunden.

Präklinische Daten

Die LD50 von intraperitoneal verabreichtem [169Er]Erbiumcitrat beträgt 63 mg/kg für Meerschweinchen und 122 mg/kg für Mäuse. Es wurden keine Untersuchungen zum mutagenen oder kanzerogenen Potential oder zur fötalen Toxizität durchgeführt. Mutagene oder karzinogene Wirkungen sind allerdings in der Klinik wenig wahrscheinlich, da das Präparat nur für eine einzige intra-artikuäre Injektion verwendet wird. Bei mehrerer verabreichten Synoviorthesen ist jedoch Vorsicht geboten (s. „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“).

Sonstige Hinweise

·Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel, ausser mit den im Abschnitt Dosierung/Anwendung aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
·Haltbarkeit
18 Tage ab Herstellungsdatum. Das Verfalldatum ist auf der Aussenverpackung und auf der Etikette des Fläschchens angegeben.
Nach der ersten Entnahme muss das Produkt im Kühlschrank (zwischen 2 °C und 8 °C) gelagert und innerhalb von 8 Stunden verwendet werden.
·Lagerungshinweise
Bei Raumtemperatur (15 – 25 °C) in der Originalverpackung aufbewahren.
Die Lagerung muss in Übereinstimmung mit den nationalen Bestimmungen für radioaktive Produkte erfolgen.
·Hinweise zur Handhabung des Arzneimittels
Geeignete Vorsichtsmassnahmen in Bezug auf Sterilität und Schutz vor Radioaktivität sind einzuhalten.Wenn das Fläschchen während der Vorbereitung des Produkts beschädigt wird, darf es nicht mehr verwendet werden.
Vor der Anwendung müssen die Verpackung, der pH-Wert sowie die Radioaktivität kontrolliert werden. Jedoch kann die Aktivität einer Lösung eines betastrahlenden Radioisotops geringer Energie wie Erbium-169 nicht mit Hilfe einer in der Nuklearmedizin normalerweise verwendeten Ionisationskammer gemessen werden, da die Metallhülle dieser Kammern das Durchdringen der Betapartikel von geringer Energie nicht zulässt. Deshalb ist das Resultat einer Messung der Aktivität einer Probe von Erbiumcitrat (169Er) CIS bio international, die auch sehr geringe Mengen von gammastrahlenden Verunreinigungen enthält, mit Hilfe eines konventionellen Aktivimeters nicht zuverlässig.
Im Gegensatz dazu ist die auf den Etiketten der Verpackung angegebene Volumenaktivität ein zuverlässiger Wert, weil er mittels Liquid-Szintillation gemessen wurde, welche die Methode der Wahl für eine präzise Messung der betastrahlenden Radionuklide ist. Eine Zerfallstabelle von Erbium-169 findet sich im Abschnitt „Eigenschaften/Wirkungen“.
Der entnommene Anteil der ursprünglichen Aktivität kann mittels Subtraktion der Aktivität des Fläschchens vor und nach der Entnahme ermittelt werden, jedoch nur, wenn die dafür verwendete Messkammer ein ausreichendes Signal für Erbium-169 liefern kann; das heisst, wenn das Signal signifikant höher ist als das Geräusch im Hintergrund.
Folgendes Vorgehen wird empfohlen:
1. Messung der Gesamtaktivität des Fläschchens
2. Entnahme des benötigten Volumens entsprechend der auf der Etikette deklarierten Aktivität
3. Messung der Restaktivität im Fläschchen
Das Fläschchen darf nie geöffnet und muss innerhalb der Bleiabschirmung aufbewahrt werden.
Gebrauchsfertiges Produkt
Nach Desinfektion des Stopfens muss die Lösung unter aseptischen Bedingungen mit Hilfe einer Spritze, die mit einem geeigneten Schutzschild und einer sterilen Einmalkanüle ausgestattet ist, durch den Stopfen entnommen werden.
·Rechtliche Bestimmungen
Die Verabreichung radioaktiver Substanzen beim Menschen ist in der „Strahlenschutzverordnung“ (in der gültigen Fassung) geregelt.
Radiopharmazeutische Präparate dürfen nur von ermächtigten Personen in den behördlich genehmigten Institutionen verordnet, verwendet und verabreicht werden. Ihre Entgegennahme, Lagerung, Verwendung, ihr weiterer Transport und ihre Beseitigung erfordern die vorherige Genehmigung des Bundesamts für Gesundheit.
Bei der Anwendung radioaktiver Substanzen und Beseitigung von bei ihrer Anwendung entstehenden radioaktiven Abfällen sind alle in der genannten Verordnung beschriebenen Vorsichtsmassnahmen einzuhalten, um die Strahlenbelastung von Patient und Pflegepersonal auf das strikte Minimum zu beschränken. Nicht verwendete Lösungen und das bei ihrer Anwendung kontaminierte Material sind an einem dafür bestimmten Ort zu lagern, bis die Radioaktivität auf den für das betreffende Radioisotop tolerierten Schwellenwert zurückgegangen ist.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den gültigen Bestimmungen zu beseitigen.

Zulassungsnummer

51'704 (Swissmedic)

Packungen

Fläschchen zu 15 ml aus farblosem gezogenem Glas vom Typ I gemäss europäischer Pharmakopöe, mit Gummistopfen verschlossen und mit einer Metallkapsel versiegelt.
Aktivität: 37 bis 1110 MBq
minimale Aktivität: 37 MBq
abgestuft auf 37 MBq
Abgabekategorie: A
Hersteller
CIS bio international
F-91192 GIF SUR YVETTE

Zulassungsinhaberin

Solumedics AG, 4800 Zofingen

Stand der Information

August 2014

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